Workshop zu Auralisation mit Martin Rumori


StiffNeck – Auralisation, virtuelle Räume und In-Situ-Komposition
Workshop mit Martin Rumori

Mo. 24. und Di. 25. November – jeweils 11-17 Uhr
Filzengraben 8-10, Klanglabor, 0.21

Auralisation ist das “Hörbarmachen” von Räumen, echten oder
virtuellen.  Das kann durch Simulation geschehen, z.B. mittels eines
Raummodells.  Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung gemessener
Raumimpulsantworten, auch als “Faltungshall” bekannt.  Diese Methode
erlaubt eine detailgetreue Abbildung der akustischen Eigenschaften
eines Raums und wird daher in den letzten Jahren sehr häufig in der
Audio-Postproduktion verwendet.

Darüber hinaus sind auralisierte Räume Ausgangspunkt vielfältiger
künstlerischer Auseinandersetzung: Angefangen vom einfachen Hall,
eröffnen sie neue Perspektiven auf existierende Klangräume, für die
sich virtuell “in situ” komponieren lässt, bis hin zur Konstruktion
von unmöglichen akustischen Räumen und immersiven Umgebungen mit
Binauraltechnik.

“StiffNeck” ist eine Softwarewerkzeug für Experimente mit
Auralisation, das im Rahmen des Forschungsprojekts “The Choreography
of Sound” am Institut für Elektronische Musik und Akustik entwickelt
wird.  Es verwendet Impulsantworten eines Konzertsaals in Graz, der
mit einer vielkanaligen, variablen Lautsprecheranlage ausgestattet
ist.  Diese wurden im selben Forschungsprojekt von verschiedenen
Hörpositionen aus vermessen und erlauben vielfältige räumliche
Explorationen.

Im Workshop werden verschiedene Möglichkeiten der Auralisation
gezeigt, die mit “StiffNeck” praktisch umgesetzt werden.  Ausgehend
davon können ihre ästhetischen Hintergründe im genannten
Forschungsprojekt, ihre Anwendung in weiteren künstlerischen Arbeiten
und die technischen Grundlagen der Impulsanwortmessung und der Faltung
vertieft werden.

Teilnehmer erhalten die gegenwärtige Entwicklungsversion von
“StiffNeck” und Datensätze mit Impulsantworten.  Die Software ist mit
Supercollider realisiert und läuft auf Mac OS X (ab 10.6) als
Standalone-Anwendung, auf Linux kann sie innerhalb von Supercollider
gestartet werden.

- – -

Martin Rumori, geboren 1976 in Berlin, Studium der Musikwissenschaft
und Informatik, arbeitet als Klangkünstler und Forscher.  2005–2010
KüWi am Klanglabor der KHM, 2011–2013 am Institut für Elektronische
Musik und Akustik (IEM) im Projekt “The Choreography of Sound”, seit
2014 an der Kunstuniversität Graz im Bereich der Orgelforschung mit
elektronischen und hybriden, mobilen, mehrkanaligen Konzertorgeln.

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