Pier Paolo Pasolini

Buchpublikation Neuerscheinung

Hans Ulrich Reck, Pier Paolo Pasolini (Fink Verlag, Reihe 'directed by'), München, 2010, 235 Seiten, ca. € 21.-
ISBN 978-3-7705-5069-2
 
Hans Ulrich Recks Buch bietet über eine erstaunlich kompakte und mitreißend geschriebene Einführung hinaus eine Gesamtschau. Er zeigt uns eindringlich, dass das Phänomen Pasolini nur als ›ganzes‹ zu verstehen ist. Dass der Regisseur nicht vom Schriftsteller, Theoretiker der Sprache und Medien, Linguisten, Semiotiker, politischen Publizisten und republikanischen Kämpfer getrennt werden kann. So führt er uns an eine ausführliche Analyse des Kinos heran. Unter die Lupe genommen werden das neorealistische Frühwerk, angefangen bei Accattone oder Mamma Roma über Medea bis hin zu dem letzten und umstrittensten Werk Salo oder die 120 Tage von Sodom. Ebenso Pasolinis Filmsemiologie. Überdies hebt Reck einen bislang noch nicht genug gewürdigten Schatz, der vernachlässigte oder gar vergessene Juwelen wie La ricotta (Der Weichkäse) oder La Sequenza del fiore di carta (Geschichte einer Papierblume) zutage fördert – sie stellen vielleicht sogar das eigentliche, das geheime Hauptwerk Pasolinis dar.